Gemeinsame Werte, die Basis jeder gesunden Beziehung

Gemeinsame Werte, die Basis jeder gesunden Beziehung

Anteil nehmen am Leben Gleichgesinnter, mit Menschen, die dieselben Werte mit uns teilen, schenkt Freude und gibt unserem Leben einen Sinn. Wir erkennen uns im Anderen, erfahren Wertschätzung und Lebendigkeit – wir wachsen miteinander. Es gibt jedoch sehr unterschiedliche Qualitäten von Anteilnahme und nicht jede stärkt uns. Befindest du dich in einem emotional leicht verletzbaren Zustand, ist jemand der dich retten will, das Letzte, was du brauchst. Anteilnahme aus der Sorge heraus schwächt dich, denn jemand, der glaubt, dich retten zu müssen, traut dir nichts zu. Hilfreich, wenn du dich in einem geschwächten Zustand befindest, ist, jemand an deiner Seite zu haben, der dir zuhört und Fragen zu stellen weiß, welche dir auf die Sprünge helfen. Ein Partner oder ein/e gute/r Freund/in, die/der an deiner Seite bleibt, dir zugewandt ist, doch soviel Klarheit besitzt, dass er/sie sich nicht in dein persönlich gefühltes Drama hineinziehen lässt. Jemand, der in sich souverän und gleichzeitig verlässlich ist.
Gemeinsames Wachstum bedarf eines stabilen geschützten Beziehungsraumes. Beziehung darf keine Einbahnstraße sein, denn sonst ist es Missbrauch. 2017 scheint in diesem Sinne ein Trainingscamp zu sein, um unsere Sinne zu sensibilisieren. Wir sind aufgefordert unsere Wertebasis zu klären und konsequent dazu zu stehen. Dazu dürfen wir uns folgende Fragen stellen:
Welche Qualität von Beziehung wollen wir leben?
Welche Werte sind dabei tragend – nicht nur tragbar?
Sind die Visionen der Menschen, welche wir in unser Leben einladen, mit den unseren vereinbar?

Welche Basics brauchen Beziehungen, egal ob Freundschafts- Geschäfts- oder Paarbeziehungen, damit sie unserem Wesen und unseren Bedürfnissen entsprechen?
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, dass wir uns  sicher, satt und getragen wissen und gleichzeitig miteinander wachsen können? Beziehungen, die uns nur in unseren Ansichten bestärken, uns dadurch zwar an Stabilität und Sicherheit gewinnen lassen, fordern uns jedoch letztendlich nicht genügend heraus. Stabilität und Sicherheit gehören zum Element Erde. Durch sie können sich Energie verankern, verdichten und materialisieren, bis hin zur festen Form. Ein Übermaß an Sicherheit und Stabilität erzeugt Unbeweglichkeit, bis hin zur Erstarrung. Gesunde Beziehungen beinhalten alle Elemente. Die Form darf sich fließend unseren Bedürfnissen anpassen. Sie sollte nicht zum Gefängnis werden. In den seltensten Fällen kann ein Mensch alleine dir das geben, was du brauchst. Deshalb ist es wichtig, gut und weit vernetzt zu sein. Mit vielen unterschiedlichen Menschen im Austausch zu sein, bringt frischen Wind in dein Gedankenfeld und hält deinen Geist offen und in Bewegung. Neue Impulse wirken befruchtend und motivierend. Ein kurzes Gespräch kann manchmal Wunder wirken. Es vermag dich zu inspirieren und dein verloren geglaubtes Feuer zu entfachen.

Selbstbewusstsein, Herzoffenheit und ein freier Geist sind für mich die absoluten Basics.
• Menschen, die wissen wer sie sind und sich selbst zu schätzen wissen, kämpfen nicht um Anerkennung – sie müssen sich nicht beweisen. Sie buckeln nicht nach oben und treten nicht nach unten.
• Sich ihrer selbst bewusste Menschen wissen um ihre Fehler und Schwächen und stehen dazu. Sie haben kein Bedürfnis sich nicht verstecken und projizieren ihre Schatten nicht auf andere – falls es doch einmal geschieht, können sie es einsehen und korrigieren. Sie verurteilen nicht, konzentrieren sich nicht auf den Mangel – sie sind lösungsorientiert. So ist ein vertrauensvoller, offener Austausch von Herz zu Herz möglich. Ein ausgeglichenes gegenseitiges Geben und Empfangen.
Ein gesundes wertschätzendes Ich und ein ebensolches Du, ergeben ein potenziertes Wir.

Im lebendigen Miteinander können wir unsere Stärken einbringen und bekommen dort Unterstützung, wo wir noch schwächeln. Jedoch kennt jeder seine Grenzen, den Bereich seiner Verantwortung und Zuständigkeit. Doch die Grenzen werden nicht gesetzt, um andere zu dominieren, sie schützen uns davor, aus uns herauszufallen. Der freie Geist gibt die Tiefe in den gemeinsamen Beziehungsraum. Er lässt uns über das kleine begrenzte persönliche Selbst hinauswachsen um Neues zu erkunden. Einen freien Geist erkennst du daran, dass er nicht regide an einmal festgesteckten Grenzen festhält, sondern bereit ist, sie seinem Wachstum entsprechend immer wieder neu auszuloten. Ohne Angst davor Fehler zu machen, denn diese gehören dazu, kann er sich auf ungewohntes Terrain einlassen.

Innerhalb meines Freundeskreises erlebe ich genau diese Qualität. Dafür bin ich unendlich dankbar. In meiner letzten Paarbeziehung habe ich mir jedoch eine schmerzhafte Erfahrung kreiert, die mit aller Deutlichkeit gezeigt hat, wie elementar wichtig es ist, die Beziehung zu verlassen, sobald sie nicht mehr tragend ist – der gemeinsame Vertrauensboden und die gemeinsame Wertebasis fehlen. 
Nicht erkannt, nicht wertgeschätzt und nicht gesehen zu werden. Ich kenne niemanden, der diese tiefe Wunde nicht in sich trägt. Kommen wir mit Menschen in Berührung, die sich uns gegenüber nicht wertschätzend verhalten, fängt diese alte Wunde an zu schwingen. Heilen kann sie, wenn du dir erlaubst, diesen uralten Schmerz zu fühlen, der dadurch ganz tief in dir berührt wird, ihm nicht ausweichst, doch dich auch nicht in ihm verlierst. Was du dabei beachten musst, erfährst du in meinem Blogartikel: 
Erinnern in Krisenzeiten