Loslassen

Loslassen

Aufräumen – loslassen, was dir nicht dient

Aufräumen, sortieren, Kehraus machen, das kann, wenn du erst einmal angefangen hast und die ersten Erfolge siehst, richtig Spaß machen. Ich meine hiermit nicht nur das Aufräumen deiner Wohnung, sondern auch das Aufräumen deines Beziehungsfeldes oder das Loslassen alter Verhaltensmuster. Wobei die Ansicht eines aufgeräumten Kleiderschranks, wie ich gerne zugebe, eher Freude auslöst als leer geräumte Beziehungsfelder. 

1. Annehmen, was ist.
Oft weichen wir unangenehmen "negativen" Gefühlen aus und verlieren dadurch die Verbindung zu unseren Gefühlen und damit auch die Verbindung zu uns selbst. Denn nehmen wir uns mit unseren Gefühlen nicht an, wenden wir uns innerlich von uns ab und werden somit unverbindlich mit uns selbst.

Sobald wir annehmen, was ist, sind wir mit uns und unserer Schöpfung in Verbindung. Stehen wir zu unserem Anteil am Geschehen und übernehmen die Verantwortung dafür, können wir ihn wandeln. Unser Herz dient dabei als Transformator.


Auch wenn es im ersten Moment absurd klingt, für das Loslassen von Dingen, die dir nicht gut tun, gilt dieselbe Gesetzmäßigkeit. Du wirst deine Schöpfung annehmen dürfen, bevor du das, was dich davon schwächt, loslassen kannst.

Durch dein Herz atmest du die neue Realität in dein Leben hinein UND die alte Realität aus. 
Die Annahme dessen, was ist, macht dich frei zu wählen, was du werden willst.

Durch mangelnde Akzeptanz halten wir uns in einem Leben gefangen, das wir nicht wollen. 
Dein Mitschöpfertum anzunehmen bedeutet jedoch nicht, dich in unglückliche Umstände einzufügen und anzupassen.

Wir sind nicht das Opfer unserer Lebensumstände. Sie sind liebevolle Wachrüttler, dazu da, uns über unsere Vorstellung von selbst hinauswachsen zu lassen - die Türöffner unseres mentalen Gefängnisses.

Wir haben die Wahl. Wir können die Erfahrung als Herausforderung wertschätzen und unsere innere Einstellung dazu verändern; die alte Reaktion darauf, die automatischen Reaktionsabläufe stoppen, indem wir Grenzen setzen und uns neu ausrichten. Manchmal kann die für dich stimmige Lösung sein, die Situation vollkommen zu bejahen und aus dem Widerstand rauszugehen. Wer Kinder hat weiß wie anstrengend die Phasen sind wenn sie krank sind, doch die Entscheidung, für sie da zu sein, wenn sie dich brauchen, anstatt dich auf das zu fokussieren, was du deswegen scheinbar verpasst, macht es dir leichter. Ein anderes Mal wiederum braucht es dein klares Nein und ein konsequentes Aussteigen aus dem alten  Übungsfeld. Lektion begriffen, auf zu neuen Ufern.

2. Vermeidungsstrategien – Streif deine Fesseln ab
Leugnung der Eigenverantwortung: Viele Menschen lieben es, über ihre Umstände zu klagen, doch, wenn du konkret fragst was sie brauchen, um sich gut zu fühlen und welche Veränderung sie sich wünschen, erklären sie dir, das Leben ist kein Wunschkonzert und ihre Situation nun mal nicht zu ändern.
Selbstbetrug: Es tut weh aufzuwachen und zu erkennen, dass wir uns selbst belogen haben. Je mehr und je länger wir in etwas oder jemand investiert haben, um so schmerzhafter erleben wir den vermeintlichen Verlust des Loslassens.

Es gilt das Drama loszulassen, welches uns belastet und unsere freie Entwicklung behindert. Schätzt du die Erfahrung, weil sie dir half zu erkennen, was dir dient und was du wirklich willst, schenkst du ihr einen Wert. So erhältst du einen Erfahrungsschatz und lässt los, was dich beschwert. 
Nichts ist so schwer, dass du es nicht loslassen kannst. Es ist absurd, doch auch verständlich, denn unser inneres Kind will, dass alles wieder gut wird. Eigentlich ist auch alles gut, nur nicht so, wie es unserer Vorstellung von gut entspricht. Unser inneres Kind jedoch sieht oftmals nur, dass ihm etwas weggenommen werden soll, doch nicht, was an der nächsten Wegkreuzung an Geschenken wartet. Es will sein Gutsle, und zwar sofort! Es braucht die liebevolle, doch konsequente Führung seines erwachsenen/erwachten Selbst. 

3. Erkennen, was dich antreibt und was du wirklich willst.
Bleibe dabei ganz offen für dich, deine Bedürfnisse, deine Sehnsüchte. Entkerne deine Bedürfnisse. Geh ihnen auf den Grund. Tu dies solange, bis du sicher bist, was du wirklich willst. Frage dich, was steht hinter dem vordergründigen Bedürfnis? Was ist dein eigentliches Bedürfnis? Denn weißt du mit absoluter Sicherheit, ob das, worauf du dich gerade fokussierst, wirklich das ist, was das Beste für dich ist? Nur weil du andere Möglichkeiten noch nicht gesehen hast, heißt es nicht, dass es sie nicht gibt.
Sobald du deine Fokussierung löst und dir erlaubst offen zu sein für all deine Möglichkeiten, können sie in dein Blickfeld kommen. 

4. Erkunde deine Möglichkeiten – Experimentieren, spielerisches Austesten 
Werde aktiv, erkundige dich, spiele mit deinen Möglichkeiten, fühle dich in sie hinein. Welche davon lassen dein Herz vor Freude springen? Bist du zu stark auf eine Möglichkeit fokussiert, frage dich, was ist dein Antrieb? Anerkennung? Bedeutung? Macht und Kontrolle? Wenn dem so ist, verurteile dich nicht, bleib locker! Doch mach dir bewusst, dass du Abhängigkeitsstrukturen erzeugst, sobald du, was dir im Innern fehlt, versuchst im Außen zu kompensieren. Wirklich für dich sorgen sieht anders aus.
Wo ist deine wunde Stelle? Was kompensierst du? Was tut weh? Was verbirgst du vor dir? Willst du frei sein, kläre es! Traue es dir zu!


5. Sorge für ein Umfeld, welches dich inspiriert und stärkt. 
Du hast die freie Wahl! Verbinde dich mit Menschen, die dieselben Visionen und Werte in sich tragen und sich klar danach ausrichten.
Kreiere dir einen Platz, an dem du mit Leichtigkeit dein Potenzial entfalten kannst. Einen Platz, der deinen Bedürfnissen entspricht UND du gleichzeitig dem Großen Ganzen dienst, dann ist für dich gesorgt. Gleichzeitig erzeugst du einen Raum für Beziehungen ohne Abhängigkeitsstrukturen.

6. Lass los, was dir nicht dient.
Brauchst du Abhängigkeiten – das sich gegenseitige Brauchen und Gebraucht werden – als Kleber, um eine Beziehung aufrecht zu halten, ist das auf Dauer ganz schön anstrengend.
Sei dir bewusst, wenn du Abhängigkeiten erzeugst, bist du gleichzeitig mit eingebunden. Das bedeutet Energieverlust.
Lebendigkeit entsteht aus der inneren Freiheit heraus, ganz verbindlich mit uns selbst sein zu können. Uns treu zu sein UND dem Großen Ganzen zu dienen. Wachstum vollzieht sich miteinander, indem wir uns gegenseitig wertschätzen und unsere Gaben miteinander teilen.


Doch bevor dies möglich ist, dürfen wir lernen, die Räume hinter uns zu lassen, die uns nicht dienen. Damit wir frei sind, zu leben, was uns im innersten Wesenskern unserer Seele wirklich entspricht.

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