Veränderung in deinem Tempo

Veränderung in deinem Tempo

Jede Veränderung beginnt mit dem ersten Schritt …

Du musst nicht denken, dass ich zu den Menschen gehöre, die alles so einfach gebacken bekommen. Tue ich, was ich liebe, kann ich alles um mich herum vergessen. Doch ein paar Dinge in meinem Leben als Unternehmerin, die mag ich nicht und lass sie gerne schleifen.

Mich dafür zu motivieren, dazu brauche ich jede Menge Geduld, Fingerspitzengefühl, Disziplin und … Beständigkeit. 

Ich erinnere mich an einen Moment vor zwei Monaten. Es war um Mitternacht und ich fühlte mich hundsmiserabel, weil ich mein Tagespensum wieder nicht geschafft hatte. Alles in mir begann sich zu versteifen, da ertönte Adamus St. Germain's Stimme in mir: "Du brauchst nicht aufstehen. Geh weiter. Morgen ist ein neuer Tag." Was mir mit einem Schlag dadurch bewusst wurde, war meine Weigerung, das zu tun, was man von mir verlangt. Und dieses ominöse "man" war ich selbst. Ich fühlte meine Anklage, Forderung und Weigerung in einem, meinen Kampf gegen mich selbst. Und während ich dies alles fühlte, flossen Tränen und es ließ los. "Du brauchst nicht aufstehen, geh weiter", vermittelte mir, dass ich auf meinem Weg bin. 

Es keinen Grund gibt, mich für meine zögerlichen, nicht ganz so schnellen Schritte, zu verurteilen. Sinnvoller ist, zu schauen, was ich verändern kann. 

Z. B. könnte ich mein Arbeitsklima verbessern, indem ich meinem inneren Kritiker ein paar relevante Aufgaben gebe, mit denen er sich sinnvoll austoben kann. Somit hat er deutlich weniger Energie, um in meine kreativen Arbeitsabläufe reinzugrätschen.

Es gibt keine guten und schlechten Persönlichkeitsanteile, sie brauchen nur den ihnen entsprechenden Platz, wo sie ihre Stärken einbringen können.

Wenn es über Jahre hinweg für unsere persönlichen Bedürfnisse an Zeit und Raum mangelte, und wer kennt das nicht …, dann ist die Angst, zu kurz zu kommen so allgegenwärtig, dass wir entweder dazu neigen, uns zu kontrollieren und disziplinieren, aus Angst vor der feindlichen Übernahme des bedürftigen inneren Kindes, oder wir geben seinen Launen nach und tun nur noch, was wir wollen. Doch dieses "wir" ist ein Fake, denn in Wirklichkeit regiert "es", unser Kind. 

Liegen Wünsche und Realität zu weit auseinander, entsteht Frust und wir neigen dazu, alles auf einmal verändern zu wollen. Es braucht Geduld und Achtsamkeit, um die Verkrampfung zu lösen. Wichtig ist dabei, dein eigenes Tempo zu finden. 
Sei sanft mit dir … Erlaube dir kontinuierliche Schritte der Veränderung, weniger ist dabei oftmals mehr.

Falls du zum Beispiel in deiner Arbeitssituation unzufrieden bist, schmeiß nicht alles direkt über den Haufen, es ist nicht alles sch … sondern schau hin, was du daraus lernen darfst.

Frage dich, welches Geschenk liegt für mich darin? Schätze die Erfahrung und verändere die Situation. 

Ist innerhalb der bestehenden Situation wirklich keine fruchtbare gemeinsame Lösung möglich, kannst du deine dort erworbenen Kompetenzen in ein anderes Arbeitsfeld mitnehmen, das dir mehr entspricht. So kann jede Erfahrung, egal wie herausfordernd sie auch sein mag, dich innerlich aufrichten und stärken.
Lange Zeit lag ich mit mir im Clinch, weil ich mich nach der Schule nicht für ein Studium entscheiden konnte und unbewusst ins Mutterdasein flüchtete. Das hat einige Jahre an meinem Selbstwert genagt. Doch mit der Zeit erkannte ich, dass die Erfahrung als alleinerziehende Mutter von vier Kindern, Fähigkeiten in mir reifen ließen, ohne die ich heute ziemlich aufgeschmissen wäre.
Wie zum Beispiel die Fähigkeit des langen Atems, wenn sich eines meiner Kinder auf einen Irrweg begibt, mittlerweile darauf vertrauen zu können, dass es ehrlich und mutig genug ist, sich seinen Irrtum einzugestehen und umzudrehen, wenn die Zeit reif ist.
Und ebenso durfte ich lernen, einzugreifen und klare Ansagen zu machen, um größeren Schaden von ihnen abzuwenden. Das kam nicht immer gut an. Die geballte Wut auf mich, habe ich gelernt auszuhalten. 
Übertragen gesehen heißt das, wir dürfen vertrauen und sowohl unseren Kindern als auch unserem inneren Kind die Freiheit lassen, eigene Erfahrungen zu machen, doch beherzt eingreifen und die Führung übernehmen, wenn die Verletzungsgefahr zu groß ist. Sei dir selbst eine gute Mutter (das gilt auch für Männer ;-D).

Deine Yanara