Zeitqualität: Losgehen, schauen, was wirklich ist

Zeitqualität: Losgehen, schauen, was wirklich ist

"Ein Fenster der Gelegenheit zeigt sich ganz anders, als wir es uns vorstellen." Diese Information erhielt ich gestern von meinen geistigen Freunden auf meine Frage nach der Zeitqualität.
"Was ist denn unsere Vorstellung?", schoss mir als Nächstes unweigerlich durch den Kopf. "Dass der Himmel sich öffnet und etwas Wundervolles sich in unser Leben ergießt", bekam ich zur Antwort.
"Und was geschieht stattdessen?", fragte ich mich. Ich hatte die Frage noch nicht zu Ende gedacht, als vor meinem inneren Auge ein weiteres Bild erschien: tief sitzende Ängste die sich mit einem Schwall entluden und sich ihren Weg nach oben ins Bewusstsein bahnten.
Ängste, erfuhr ich dazu, die uns in unserem freien Willen und unserer Selbstachtung beschneiden. Einer der Gründe, weshalb wir uns zögernd zurückhalten, anstatt auf unser Glück zuzugehen – unsere Selbstzweifel.
Die Angst nicht zu genügen, nicht fähig zu sein den Herausforderungen des Lebens auf eine angemessene, mit uns im Einklang befindende Art und Weise begegnen zu können ist eine unsrer größten Befürchtungen. Angst, uns selbst nicht vertrauen zu können. Dass wir uns letztendlich im Regen stehen lassen, wenn's hart auf hart kommt.

Sollten wir unseren Zweifel jetzt schleunigst loswerden? Nein, erst einmal dürfen wir ihn annehmen, mit allem, was dazu gehört, denn er hat durchaus einen Wert und so manches Mal auch seine Berechtigung. Sicher kennst du auch Menschen, die scheinbar nicht an sich zweifeln und mit dem anscheinend größten Selbstverständnis einen unvorstellbaren Bullshit verzapfen. Etwas Zweifel täte ihnen gut, könnte man meinen. Doch alles hat seine Zeit.

An sich zu zweifeln beinhaltet die Fähigkeit sich selbst infrage zu stellen. Eine Grundvoraussetzung zum Wachstum und zur inneren Reife. Und dazu braucht es Mut. Ebenso wie es Mut braucht, den inneren Ängsten und Zweifeln zu begegnen, indem wir auf das zuzugehen, was uns Angst macht. Und wenn es sein muss, eben mit zitternden Knien. Denn letztendlich können wir nur so Gewissheit erhalten, sind unsere Zweifel berechtigt oder Illusion, die uns weiter in der Angst und Unsicherheit gefangen halten.

Nur Mut, deine Yanara.