Welche Qualität von Beziehung wollen wir leben? Welche Werte sind tragend – nicht nur tragbar? Sind die Werte unseres Beziehungsfeldes mit unseren ...

Gemeinsame Werte, die Basis jeder gesunden Beziehung

Zeit mit Menschen zu verbringen, die auf derselben Welle schwingen, dieselben Werte teilen, macht uns glücklich und schenkt unserem Leben Sinn. Wir erkennen uns im Anderen, erfahren Anteilnahme, Wertschätzung und Lebendigkeit – wir wachsen miteinander. 

Es gibt jedoch sehr unterschiedliche Qualitäten von Anteilnahme und nicht jede stärkt uns. Befindest du dich in einem emotional leicht verletzbaren Zustand, ist jemand, der dich retten will, das Letzte, was du brauchst. Anteilnahme aus der Sorge heraus schwächt dich, denn jemand, der glaubt, dich retten zu müssen, traut dir nichts zu. 

Was dir wirklich hilft, wenn du dich in einem emotionalen Tief befindest, ist, jemand an deiner Seite, der dir zuhört und Fragen zu stellen weiß, welche dir auf die Sprünge helfen. Gute Freunde, die mit dir mitfühlen, doch soviel Klarheit besitzen, dass sie sich nicht in dein persönliches Drama hineinziehen lassen. Freunde, die in sich souverän und gleichzeitig verlässlich sind.

Gemeinsames Wachstum bedarf eines stabilen, geschützten Beziehungsraumes. Welche Werte sind für dich wesentlich? 

Dazu darfst du dir folgende Fragen stellen: 

• Welche Qualität willst du in deinen Beziehungen leben?

• Welche gemeinsamen Werte erfüllen dabei deine tiefsten inneren Bedürfnisse? Welche Werte erfährst du als tragend – nicht nur ertragbar?

• Sind die Werte und Visionen der Menschen, welche du in dein Leben einlädst, mit deinem Seelenpfad vereinbar?

• Welche Basics brauchen deine Beziehungen, egal ob Freundschafts- Geschäfts- oder Paarbeziehungen, damit sie deinem Wesen, deinen Bedürfnissen und deinem Weg entsprechen?

• Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, dass du dich sicher, satt und getragen und gleichzeitig angenehm herausgefordert fühlst? Damit meine ich, besitzen deine Beziehungen genügend gemeinsames Wachstumspotenzial

Welche Qualität von Beziehung wollen wir leben? Welche Werte sind tragend – nicht nur tragbar? Sind die Werte unseres Beziehungsfeldes mit unseren ...

Beziehungen, die uns nur in unseren Ansichten bestärken, uns dadurch zwar an Stabilität und Sicherheit gewinnen lassen, fordern uns jedoch nicht genügend heraus. Stabilität und Sicherheit gehören zum Element Erde. Durch sie können sich Energien verankern, verdichten und materialisieren, bis hin zur festen Form. Ein Übermaß an Sicherheit und Stabilität erzeugt Unbeweglichkeit, bis hin zur Erstarrung und verhindert gemeinsames Wachstum.

Eine gesunde Beziehung beinhaltet idealerweise alle Elemente. 

• Sie schenkt genug Luft und Raum zum Atmen. Hat dein Partner ein gesundes Selbstvertrauen, ist es wahrscheinlich, dass er auch anderen Menschen vertrauen kann. Er kann loslassen, Zuständigkeiten, die nicht seine sind, abgeben, muss nicht alles kontrollieren. Er ist sich seines Innenraums und Innenlebens bewusst. Er hat ein reiches eigenes Innenleben – ist selbsterfüllt. Du bist nicht zuständig für seine Erfüllung. Das nimmt den Erwartungsdruck und entspannt. 

Die Vorstellung eines Partners, der pünktlich ab 18 Uhr auf dem Sofa sitzend darauf wartet, dass seine Liebste/sein Liebster kommt und seine innere Leere mit Leben füllt, lässt kaum Jemand Schauer des Glücks über den Rücken rieseln. Nun, nicht jeder hat gesundes Selbstvertrauen mit in die Wiege gelegt bekommen. Doch wenn es deinem Gegenüber an Selbstvertrauen fehlt, ist es nicht deine Aufgabe, dich zu beschränken, damit er sich sicher fühlt. 

• Stabilität und Sicherheit zum Entspannen und Genießen Menschen mit Selbstbewusstsein sind sich, wie der Name schon sagt, ihrer selbst bewusst. Selbstbewusste Menschen müssen sich nicht beweisen, sind nicht auf der Jagd nach Anerkennung. Sie ruhen in sich. Bei Narzissten wirst du keine Sicherheit erfahren. Der Kontakt zu ihrem inneren Raum ist unterbrochen. Da sie mit sich nicht in Beziehung sind, können sie auch keine Verbindlichkeit leben. Ohne Verbindlichkeit bist du jederzeit austauschbar und das ist anstrengend. Die Krux ist, oftmals haben wir einen erhöhten Anspruch an uns, in Bezug auf Toleranz und Sicherheit, denn das ist die Anforderung des Zeitgeistes. Erlaube dir zu fühlen, was dich verunsichert. Wo fehlt es dir an Sicherheit? Schenk sie dir. 

• erlaubt den offenen, authentischen Austausch der Gefühle und Gedanken Ohne diesen Austausch, lebst du eine Rolle und dein wahres Wesen findet keine Ausdrucksmöglichkeiten. Gibt es innerhalb deiner Beziehungen auch Raum Konflikte konstruktiv anzusprechen? Hört ihr einander zu? Seid ihr unvoreingenommen und offen für einander? Wie viel Offenheit tut dir gut? Hat dein Selbstbewusstsein einen Knacks, darfst du an dieser Stelle sehr achtsam sein. Überfordere dich nicht. Freigeister mit dem Bedürfnis, alles auf den Tisch zu bringen, sind vielleicht nicht ganz so heilsam für dich wie sie denken.

• stimuliert, belebt und entfacht dein inneres Feuer. Gewohnheiten und Rituale sind wichtig und wertvoll. Doch wird unser ganzes Leben zu einem einzigen Ritual, gibt es keinen Raum, der Überraschung beschert, sterben wir bevor wir in die Kiste springen. Wie offen bist du und dein Umfeld gegenüber neuen Strömungen? Hier sind die Bedürfnisse sehr unterschiedlich. Manche Menschen brauchen mehr Zeit, als andere, um sich auf Neues einzulassen. Das ist okay. Wenn das bei dir so ist, verurteile dich nicht deswegen. Eine Beziehung mit einem Stimulations-Junkie, jemand, der rund um die Uhr neue Reize braucht, um sich zu fühlen, wärst du hoffnungslos überfordert. Es bringt dich aus dem Gleichgewicht. 

• der gemeinsame Beziehungsraum passt sich flexibel den sich wandelnden Bedürfnissen an und unterstützt das gemeinsame Wachstum Für junge Paare mit kleinen Kindern mag ein gemeinsamer Kinoabend in der Woche, ein Besuch in der Sauna, oder zwei Stunden kinderfreie Zone für ein sinnliches Beisammensein, das absolute Highlight sein. Doch sobald die Kinder größer werden, wieder mehr Raum für Beziehung vorhanden istgilt es, das zu realisieren und sich mehr Raum zu nehmen.

Gibt es Bereiche, in denen du dich mit wenig Raum zufriedengibst? Musstest du in deiner Ursprungsfamilie viel Rücksicht auf ein besonders bedürftiges Familienmitglied nehmen? Warst du eins von vielen Kindern und Zeit und Aufmerksamkeit war rar? Oder warst du längere Zeit krank und musstest dich schonen? Kann es sein, dass dieser beengte Raum dir wie eine zweite Haut geworden ist? Ist es möglich, dass du deine veränderten Verhältnisse noch nicht wirklich realisiert hast?

Da ein Mensch alleine dir nicht alles geben kann, was du zur Entwicklung in dein volles Potenzial brauchst, ist es wichtig, gut und weit vernetzt zu sein. Mit vielen unterschiedlichen Menschen im Austausch zu sein, bringt frischen Wind in dein Gedankenfeld und hält deinen Geist offen und in Bewegung. Neue Impulse wirken befruchtend und motivierend. Ein kurzes Gespräch kann Wunder wirken. Es vermag dich zu inspirieren und dein verloren geglaubtes Feuer zu entfachen.

Selbstbewusstsein, Herzoffenheit und ein freier Geist sind für mich die absoluten Basics. Voraussetzung ist für mich dabei nicht, dass diese Potenziale zur Vollkommenheit gereift sind, sondern, dass die Bereitschaft da ist, sich dorthin zu entwickeln.
• Menschen, die wissen wer sie sind und sich selbst zu schätzen wissen, kämpfen nicht um Anerkennung – sie müssen sich nicht beweisen. Sie buckeln nicht nach oben und treten nicht nach unten.
• Sich ihrer selbst bewusste Menschen wissen um ihre Fehler und Schwächen und stehen dazu. Sie haben kein Bedürfnis sich zu verstecken und projizieren ihre Schatten nicht auf andere – falls es doch einmal geschieht, können sie es einsehen und korrigieren. Sie verurteilen nicht, konzentrieren sich nicht auf den Mangel – sie sind lösungsorientiert. So ist ein vertrauensvoller, offener Austausch von Herz zu Herz möglich. Ein ausgeglichenes gegenseitiges Geben und Empfangen.
Ein gesundes wertschätzendes Ich und ein ebensolches Du, ergeben ein potenziertes Wir.

Im lebendigen Miteinander können wir unsere Stärken einbringen und bekommen dort Unterstützung, wo wir noch schwächeln. Jedoch kennt jeder seine Grenzen, den Bereich seiner Verantwortung und Zuständigkeit. Doch die Grenzen werden nicht gesetzt, um andere zu dominieren, sie schützen uns davor, aus uns herauszufallen, uns zu sehr an unser Umfeld anzupassen und dabei die eigenen Farben zu verlieren.

Der freie Geist gibt die Weite in den gemeinsamen Beziehungsraum. Er lässt uns über das kleine begrenzte persönliche Selbst hinauswachsen, um Neues zu erkunden. Einen freien Geist erkennst du daran, dass er nicht rigide an einmal festgesteckten Grenzen festhält, sondern bereit ist, sie seinem Wachstum entsprechend immer wieder neu auszuloten. Ohne Angst davor Fehler zu machen, denn diese gehören zum Wachstum dazu, kann er sich auf ungewohntes Terrain einlassen und neue Wege gehen.

Sicher hast auch du schon schmerzlich erfahren, wie es ist, wenn der gemeinsame Vertrauensboden und die gemeinsame Wertebasis fehlen.

Nicht erkannt, nicht wertgeschätzt und nicht gesehen zu werden. Ich kenne niemanden, der diese tiefe Wunde nicht in sich trägt. Kommen wir mit Menschen in Berührung, die sich uns gegenüber nicht wertschätzend verhalten, fängt diese alte Wunde an zu schwingen. Heilen kann sie, wenn du dir erlaubst, diesen uralten Schmerz zu fühlen, der dadurch ganz tief in dir berührt wird, ihm nicht ausweichst, doch dich auch nicht in ihm verlierst.

Deine Yanara

 

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